Was bedeutet G-STAR für euch?
Lisi: Als wir bei G-STAR anfingen, war da sofort diese Nostalgie. Früher hat man die G-STAR Elwood überall gesehen. Rushemy hatte eine, ich konnte sie mir nicht leisten. Dieses Bild ist uns geblieben. Doch im Archiv entdeckten wir etwas viel Größeres. Die DNA ging weit über artikulierten Denim hinaus. Es ging um Textilbehandlung, beschichtete Materialien und präzise Konstruktionen. Je tiefer wir ins Archiv eintauchten, desto klarer wurde die eigentliche DNA von G-STAR.
Rushemy: Für mich ist die Identität klar. Innovation. Raw Denim. Engineered Denim. 3D. Boldness. Diese Begriffe kehren immer wieder zurück. Von dort aus haben wir begonnen, die Geschichte der Pieces neu aufzubauen.
Was sollte die erste Kollektion repräsentieren?
Lisi: Sie ist eine Hommage an die DNA und gleichzeitig ein nächster Schritt. Wir arbeiten gerne mit Codes, und die G-STAR Elwood war unser Fokus. Aber sie ist nur ein Teil der Kollektion. Die Frage war, wie sich dieser Code erweitern lässt. Wie übersetzt man ihn in neue Kategorien?
Rushemy: Und wie gelingt das, ohne dass es flach oder klischeehaft wirkt?
Wie seid ihr an das Update herangegangen?
Lisi: Die Idee sollte bleiben, aber die Silhouette wurde neu definiert. Es ging nicht darum, die Elwood neu zu erfinden, sondern sie so zu präzisieren, dass sie für die heutige Generation relevant ist. Diese Designlogik haben wir auf Jacken, Shirts und weitere Teile übertragen.
Wie genau?
Lisi: Die G-STAR Elwood zählt zu den ersten technisch ausgereiften, anatomisch konstruierten Jeans weltweit. Diese Idee wurde zum Ausgangspunkt für andere Kategorien. Bei Jacken haben wir die Logik der Kniepatches auf die Ellbogen übertragen. Es ging darum, Teile zu entwickeln, die sich mit dem Körper bewegen und ihm folgen. Konstruktionen, die Bewegung mitdenken. Dieses Prinzip ist essenziell für G-STAR.
4. März 2026
Denim
Raw Research
RAW RESEARCH ist unser Experimentierlabor, ein Raum für Innovation, Archivarbeit und die Gestaltung einer neuen Zukunft.
Für ihre erste Kollektion als Creative Directors bei G-STAR kehrten Lisi Herrebrugh und Rushemy Botter zu den Ursprüngen zurück. Was als nostalgischer Blick auf die Anfänge von G-STAR begann, entwickelte sich schnell zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Archivcodes und der G-STAR Elwood als Vorlage. Das Ergebnis ist eine Kollektion, die das Archiv weiterdenkt und ins Jetzt bringt.
Für ihre erste Kollektion als Creative Directors bei G-STAR kehrten Lisi Herrebrugh und Rushemy Botter zu den Ursprüngen zurück. Was als nostalgischer Blick auf die Anfänge von G-STAR begann, entwickelte sich schnell zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Archivcodes und der G-STAR Elwood als Vorlage. Das Ergebnis ist eine Kollektion, die das Archiv weiterdenkt und ins Jetzt bringt.
Im Mittelpunkt steht die G-STAR Elwood. Welche persönliche Rolle hat sie für euch?
Rushemy: Mit 14 oder 15 waren mein bester Freund und ich fasziniert von Denim. Die Elwood war zu teuer, also haben wir andere Jeans zerschnitten, um sie nachzumachen. Heute können wir sie selbst neu definieren. Die von der Elwood inspirierte Jacke haben wir nach meinem verstorbenen besten Freund Vinny benannt. Das ist für mich sehr persönlich.
Welche Rolle spielte das Archiv?
Lisi: Eine zentrale. Das G-STAR Archiv umfasst historische Teile ebenso wie jahrzehntealte Utility-Referenzen aus Militär, Marine und Workwear. Jedes Detail hat eine Funktion, jede Tasche einen Zweck. Diese Klarheit in der Funktion wollten wir zurückbringen.
Rushemy: Es wurde zu einer kuratorischen Aufgabe. Wie übersetzt man die Energie des Archivs in Teile, die sich heute modern anfühlen? Die Balance zwischen moderner Silhouette und Heritage war die größte Herausforderung.
Was hat es mit Greencast Denim auf sich?
Lisi: Im Archiv tauchte immer wieder ein spezifischer Farbton auf. Industriell, betonartig, leicht trüb, mit grünlichem Unterton. In der aktuellen Kollektion fehlte genau dieser Ton, also haben wir ihn neu entwickelt. Die Farbe muss aus dem Stoff entstehen, deshalb haben wir gemeinsam mit dem Waschmeister verschiedene Waschprozesse getestet. Im Raw Zustand ist der Ton subtil, durch die Waschung tritt das Grün deutlich hervor. Die Identität liegt im Stoff selbst, vom Raw bis zum Wash.
Was sind die Highlights der Kollektion?
Lisi: Wie bereits erwähnt, ist die Vinny Jacket ein besonderes Piece. Der artikulierte Saum und die Knopfleiste stammen direkt aus dem Archiv und wurden entlang der Körperlinien neu geformt. Zusätzlich haben wir ihr G-STAR Elwood Sleeves gegeben, für einen anatomischer konstruierten, artikulierten Arm sowie eine Nahtführung, die natürlich über die Brust fällt.
Rushemy: Wir lieben auch die Reversible Bomber. Es gibt kein klares Innen oder Außen. Man kann sie in beide Richtungen tragen, das Shirt lässt sich ein- und ausknöpfen. Wir haben ein archiviertes Cloud Camo verwendet, ein historisches japanisches Tarnmuster. Es wurde im feuchten Zustand schnell gedruckt und anschließend gestapelt, sodass sich die Lagen gegenseitig prägen. So entsteht dieser tiefe, aufbauende Effekt und der rohe, unfertige Look.
Rushemy: Mit 14 oder 15 waren mein bester Freund und ich fasziniert von Denim. Die Elwood war zu teuer, also haben wir andere Jeans zerschnitten, um sie nachzumachen. Heute können wir sie selbst neu definieren. Die von der Elwood inspirierte Jacke haben wir nach meinem verstorbenen besten Freund Vinny benannt. Das ist für mich sehr persönlich.
Welche Rolle spielte das Archiv?
Lisi: Eine zentrale. Das G-STAR Archiv umfasst historische Teile ebenso wie jahrzehntealte Utility-Referenzen aus Militär, Marine und Workwear. Jedes Detail hat eine Funktion, jede Tasche einen Zweck. Diese Klarheit in der Funktion wollten wir zurückbringen.
Rushemy: Es wurde zu einer kuratorischen Aufgabe. Wie übersetzt man die Energie des Archivs in Teile, die sich heute modern anfühlen? Die Balance zwischen moderner Silhouette und Heritage war die größte Herausforderung.
Was hat es mit Greencast Denim auf sich?
Lisi: Im Archiv tauchte immer wieder ein spezifischer Farbton auf. Industriell, betonartig, leicht trüb, mit grünlichem Unterton. In der aktuellen Kollektion fehlte genau dieser Ton, also haben wir ihn neu entwickelt. Die Farbe muss aus dem Stoff entstehen, deshalb haben wir gemeinsam mit dem Waschmeister verschiedene Waschprozesse getestet. Im Raw Zustand ist der Ton subtil, durch die Waschung tritt das Grün deutlich hervor. Die Identität liegt im Stoff selbst, vom Raw bis zum Wash.
Was sind die Highlights der Kollektion?
Lisi: Wie bereits erwähnt, ist die Vinny Jacket ein besonderes Piece. Der artikulierte Saum und die Knopfleiste stammen direkt aus dem Archiv und wurden entlang der Körperlinien neu geformt. Zusätzlich haben wir ihr G-STAR Elwood Sleeves gegeben, für einen anatomischer konstruierten, artikulierten Arm sowie eine Nahtführung, die natürlich über die Brust fällt.
Rushemy: Wir lieben auch die Reversible Bomber. Es gibt kein klares Innen oder Außen. Man kann sie in beide Richtungen tragen, das Shirt lässt sich ein- und ausknöpfen. Wir haben ein archiviertes Cloud Camo verwendet, ein historisches japanisches Tarnmuster. Es wurde im feuchten Zustand schnell gedruckt und anschließend gestapelt, sodass sich die Lagen gegenseitig prägen. So entsteht dieser tiefe, aufbauende Effekt und der rohe, unfertige Look.
Spielt Experiment weiterhin eine große Rolle in eurer Designarbeit?
Rushemy: Das ist Teil unserer DNA. Wir experimentieren mit Form, Finish, Stoff und Silhouetten, aber es muss alltagstauglich bleiben. Verspielt, doch tragbar. Wir lieben Pieces, bei denen es etwas zu entdecken gibt, etwas, das sich verändert. Styles, die man von innen nach außen tragen kann, oder Teile, deren Funktion man erst erkennt, wenn man sie wirklich besitzt. Es darf sich jedoch nie wie ein Kostüm anfühlen.
Lisi: Genau diese Entdeckung schafft Bindung. Wenn ein Kleidungsstück überrascht, wird es persönlich.
Rushemy: Die Inspiration kommt aus unserer Jugend, aber sie ist für die Generation von heute gedacht. Sie treiben die Kultur jetzt voran.
Was war die Idee hinter dem Shooting?
Rushemy: Wir haben mit Pieter Hugo gearbeitet. Seine Serie Hyena Man hat uns angesprochen, weil sie zugleich romantisch und fragil, aber auch mutig ist. Dieser Kontrast passte zu RAW RESEARCH.
Lisi: Die Kollektion sollte roh und emotional zugleich wirken. Brutalistische Architektur traf auf Sand und Erde. Beton und Natur. Kein übermäßiges Styling, keine Dekoration, nichts Überinszeniertes. Nur Model, Kleidungsstück und Umgebung. Reduziert. Direkt. Kompromisslos.
Rushemy: Das ist Teil unserer DNA. Wir experimentieren mit Form, Finish, Stoff und Silhouetten, aber es muss alltagstauglich bleiben. Verspielt, doch tragbar. Wir lieben Pieces, bei denen es etwas zu entdecken gibt, etwas, das sich verändert. Styles, die man von innen nach außen tragen kann, oder Teile, deren Funktion man erst erkennt, wenn man sie wirklich besitzt. Es darf sich jedoch nie wie ein Kostüm anfühlen.
Lisi: Genau diese Entdeckung schafft Bindung. Wenn ein Kleidungsstück überrascht, wird es persönlich.
Rushemy: Die Inspiration kommt aus unserer Jugend, aber sie ist für die Generation von heute gedacht. Sie treiben die Kultur jetzt voran.
Was war die Idee hinter dem Shooting?
Rushemy: Wir haben mit Pieter Hugo gearbeitet. Seine Serie Hyena Man hat uns angesprochen, weil sie zugleich romantisch und fragil, aber auch mutig ist. Dieser Kontrast passte zu RAW RESEARCH.
Lisi: Die Kollektion sollte roh und emotional zugleich wirken. Brutalistische Architektur traf auf Sand und Erde. Beton und Natur. Kein übermäßiges Styling, keine Dekoration, nichts Überinszeniertes. Nur Model, Kleidungsstück und Umgebung. Reduziert. Direkt. Kompromisslos.