Unverwüstlich
Die erste Arbeitskleidung entstand im 19. Jahrhundert in Großbritannien und war für Arbeiter in der Landwirtschaft und in Fabriken unverzichtbar. Diese Kleidungsstücke wurden oft von Hand oder vor Ort aus schweren Stoffen wie Baumwolle und Wolle gefertigt und waren einfach und funktional, um den Anforderungen der industriellen und landwirtschaftlichen Arbeit gerecht zu werden. Mit der industriellen Revolution wurde die Massenproduktion zur Norm, und standardisierte Uniformen waren die direkte Antwort auf die damit verbundenen Anforderungen. Die einheitlichen Outfits förderten das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kameradschaft unter den Arbeitern und unterschieden sich je nach Berufsgruppe. Flache Mützen, Cordhosen, schwere Stiefel und Donkeyjacken waren damals gängige Kleidungsstücke. In dieser Zeit entwickelte sich Denim aufgrund seiner Strapazierfähigkeit zum bevorzugten Stoff für Arbeitskleidung. Er wurde in den 1850er Jahren für Bergleute während des Goldrauschs in Kalifornien eingeführt und in den 1930er Jahren schnell von Bauern, Eisenbahnarbeitern und Cowboys übernommen, wobei Blue Jeans und Overalls zu einem Symbol für Widerstandsfähigkeit und harte Arbeit wurden.
Taschen und mehr
Wenn man über Arbeitskleidung spricht, kommt man um Cargohosen und ihren militärischen Einfluss nicht herum. Diese Hosen wurden 1938 Bestandteil der britischen Kampfuniform und waren dafür gedacht, dass die Soldaten Karten, Verbandszeug und andere wichtige Dinge mit sich führen konnten – ein Übergang von der rein formellen zur praktischen Kleidung.
In den 1940er Jahren führte die US-Armee Cargohosen für die Fallschirmjäger ein, die sich im Lauf der Zeit zu ziviler Arbeitskleidung entwickeln sollten. Ihr charakteristisches Merkmal sind die großen, zusätzlichen Taschen an den Ober- oder Unterschenkeln, die mit Klettverschlüssen, Knöpfen oder Reißverschlüssen verschlossen werden. Es gibt sie aus verschiedenen Materialien, am häufigsten jedoch aus Baumwolltwill und Leinen, die aufgrund ihrer Strapazierfähigkeit, Bequemlichkeit und Funktionalität eingesetzt wurden. Der Stil fand sogar Eingang in die Popkultur, als Marilyn Monroe 1954 in einem militärisch inspirierten Outfit vor US-Soldaten in Korea auftrat.
In den 1990er Jahren wurden Cargohosen aufgrund ihrer lockeren Passform und den verstärkten Nähten zu einem festen Bestandteil der Bau- und Outdoor-Branche – ideal für körperlich anstrengende Arbeiten. Militärisch inspirierte Arbeitskleidung hat sich durch die Integration strapazierfähiger, wetterbeständiger Stoffe, verstärkter Handschuhe und ergonomischer Designs weiterentwickelt. Diese Innovationen haben die moderne Arbeitskleidung geprägt und heutige Klassiker wie Kampfstiefel, Bomber- und Feldjacken hervorgebracht.
2. April 2026
Fashion
Work in Progress
Vor zwei Jahrhunderten aus praktischen Gründen entstanden, prägt Arbeitskleidung bis heute das Modedesign. Verwurzelt in der Tradition und im unermüdlichem Einsatz, inspiriert sie uns mit ihrer Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft immer wieder. Wir würdigen diese lange Tradition und tauchen tief in die Geschichte der zweckmäßigen Mode ein, um herauszufinden, was sie heute so aktuell macht.
Asiatische Perspektive
Im Gegensatz zum Westen, wo die Industrialisierung schnell die Arbeitskleidung prägte, galt Kleidung in vielen asiatischen Gesellschaften historisch als Zeichen des sozialen Status und des Berufs. In China trugen die Arbeiter locker sitzende Tuniken und Hosen aus strapazierfähigen Stoffen wie Baumwolle und Hanf, während Seide der Elite vorbehalten blieb. In Japan bevorzugten Handwerker und Kaufleute indigogefärbte Baumwollkleidung wie den Samue (einen traditionellen Arbeitsanzug, bestehend aus einer locker sitzenden Jacke und Hose), während von Kammerdienern und zu festlichen Anlässen ein Happi (eine kurze Jacke mit weiten Ärmeln) getragen wurde. Westliche Einflüsse auf die asiatische Arbeitskleidung wurden erst im späten 19. Jahrhundert wirksam.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernahmen die japanischen Tobishoku (Gerüstbauer) die Mode der Jika-Tabi (Zehenstiefel) und der Nikkapokka (Ballonhosen, die an den Knöcheln eng anliegen), wobei sie den niederländischen Knickerbocker-Stil mit der lokalen Handwerkskunst verbanden. Diese Kleidungsstücke wurden oft mithilfe von Sashiko verstärkt, einer traditionellen Flicktechnik, die ursprünglich von Bauern und Fischern verwendet wurde. Die Industrialisierung brachte auch standardisierte Uniformen für Fabrikarbeiter, Eisenbahnangestellte und militärisches Personal mit sich. In China wurde der Mao-Anzug – inspiriert von europäischen Arbeitsblusen und französischen Chore Coats – sowohl zu einer praktischen Unisex-Uniform, als auch zu einem revolutionären Symbol.
Langlebig und erschwinglich
Die Einführung synthetischer Materialien um die Mitte des 20. Jahrhunderts machte die Arbeitskleidung langlebiger, widerstandsfähiger gegen Abnutzung und wetterfester. Der Verzicht auf schwere Baumwolle und Wolle vereinfachte auch die standardisierte Massenproduktion und machte die Artikel erschwinglicher für jedermann. Gleichzeitig begannen in den 90er Jahren utilitaristische Einflüsse die Mainstream-Mode und die Laufstege unabhängiger Designer zu prägen und verwandelten Basics wie Jeansjacken aus robuster Arbeitskleidung in weit verbreitete kulturelle Symbole. Auch High-End-Marken und traditionsreiche Workwear-Firmen fingen an, ihre Kräfte zu bündeln, und machten die funktionelle Mode einem breiteren Publikum zugänglich.
„Indem wir uns von Workwear inspirieren lassen, eine der strapazierfähigsten Konfektionsarten, die je hergestellt wurden, bewegen wir uns in Richtung eines nachhaltigeren Konsums. Warum sollte man seine Kleidung nicht behalten, statt sie zu ersetzen?”, erklärt Leo Brancoviche, Director of Menswear Design. „Der Schlüssel zu unserer Designsprache ist der Übergang von formeller Kleidung zu Workwear, wobei wir uns an der Schnittstelle zwischen beiden befinden. Wir haben uns immer als Marke gesehen, die Funktionalität mit Raffinesse verbindet.“ Durch die Verschmelzung unterschiedlicher Codes, Stoffe und Materialien mit zeitlosem Design, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit haben wir unsere Kreationen wirklich in etwas Innovatives verwandelt. Ein praktisches Vermächtnis, das man hegen und pflegen sollte.
Im Gegensatz zum Westen, wo die Industrialisierung schnell die Arbeitskleidung prägte, galt Kleidung in vielen asiatischen Gesellschaften historisch als Zeichen des sozialen Status und des Berufs. In China trugen die Arbeiter locker sitzende Tuniken und Hosen aus strapazierfähigen Stoffen wie Baumwolle und Hanf, während Seide der Elite vorbehalten blieb. In Japan bevorzugten Handwerker und Kaufleute indigogefärbte Baumwollkleidung wie den Samue (einen traditionellen Arbeitsanzug, bestehend aus einer locker sitzenden Jacke und Hose), während von Kammerdienern und zu festlichen Anlässen ein Happi (eine kurze Jacke mit weiten Ärmeln) getragen wurde. Westliche Einflüsse auf die asiatische Arbeitskleidung wurden erst im späten 19. Jahrhundert wirksam.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernahmen die japanischen Tobishoku (Gerüstbauer) die Mode der Jika-Tabi (Zehenstiefel) und der Nikkapokka (Ballonhosen, die an den Knöcheln eng anliegen), wobei sie den niederländischen Knickerbocker-Stil mit der lokalen Handwerkskunst verbanden. Diese Kleidungsstücke wurden oft mithilfe von Sashiko verstärkt, einer traditionellen Flicktechnik, die ursprünglich von Bauern und Fischern verwendet wurde. Die Industrialisierung brachte auch standardisierte Uniformen für Fabrikarbeiter, Eisenbahnangestellte und militärisches Personal mit sich. In China wurde der Mao-Anzug – inspiriert von europäischen Arbeitsblusen und französischen Chore Coats – sowohl zu einer praktischen Unisex-Uniform, als auch zu einem revolutionären Symbol.
Langlebig und erschwinglich
Die Einführung synthetischer Materialien um die Mitte des 20. Jahrhunderts machte die Arbeitskleidung langlebiger, widerstandsfähiger gegen Abnutzung und wetterfester. Der Verzicht auf schwere Baumwolle und Wolle vereinfachte auch die standardisierte Massenproduktion und machte die Artikel erschwinglicher für jedermann. Gleichzeitig begannen in den 90er Jahren utilitaristische Einflüsse die Mainstream-Mode und die Laufstege unabhängiger Designer zu prägen und verwandelten Basics wie Jeansjacken aus robuster Arbeitskleidung in weit verbreitete kulturelle Symbole. Auch High-End-Marken und traditionsreiche Workwear-Firmen fingen an, ihre Kräfte zu bündeln, und machten die funktionelle Mode einem breiteren Publikum zugänglich.
„Indem wir uns von Workwear inspirieren lassen, eine der strapazierfähigsten Konfektionsarten, die je hergestellt wurden, bewegen wir uns in Richtung eines nachhaltigeren Konsums. Warum sollte man seine Kleidung nicht behalten, statt sie zu ersetzen?”, erklärt Leo Brancoviche, Director of Menswear Design. „Der Schlüssel zu unserer Designsprache ist der Übergang von formeller Kleidung zu Workwear, wobei wir uns an der Schnittstelle zwischen beiden befinden. Wir haben uns immer als Marke gesehen, die Funktionalität mit Raffinesse verbindet.“ Durch die Verschmelzung unterschiedlicher Codes, Stoffe und Materialien mit zeitlosem Design, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit haben wir unsere Kreationen wirklich in etwas Innovatives verwandelt. Ein praktisches Vermächtnis, das man hegen und pflegen sollte.







